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19.Juni 2014

Nichts passiert? Folgen aus dem NSA-Skandal

Wau Holland Stiftung und Reporter ohne Grenzen laden in Zusammenarbeit mit Zeit Online zu einer Podiumsdiskussion mit der Snowden-Anwältin Jesselyn Radack und dem ehemaligen hochrangigen NSA-Offizier und Whistleblower Thomas Drake ein.

am Donnerstag, 19. Juni 2014 um 19 Uhr
im Veranstaltungsraum von Zeit Online
Askanischer Platz 1
10963 Berlin

Vor gut einem Jahr legten die Enthüllungen des US-Whistleblowers Edward Snowden die massive Überwachung durch die internationalen Geheimdienste wie NSA oder GCHQ offen. Sie zeigten, dass Behörden weltweit nicht nur anlasslos Daten unbescholtener Bürger sammeln und speichern, sondern auch Anwälte, Journalisten und Menschenrechtsorganisationen gezielt ausforschen. Snowden selbst wird von der US-Regierung per Haftbefehl gesucht und lebt mit vorläufigem Asyl derzeit in Russland. Sein Aufenthalt dort läuft Ende Juli aus.

Die deutsche Politik hat auf Snowdens Enthüllungen bislang nur unzureichend reagiert: der Bundestag setzte zwar den NSA-Untersuchungsausschuss ein, der das Ausmaß der Überwachung in Deutschland klären soll, und Generalbundesanwalt Harald Range hat wegen des Abhörens des Handys von Angela Merkel Ermittlungen eingeleitet. Doch diese Schritte reichen nicht aus. Gerade wurden neue Details aus den Snowden-Dokumenten bekannt, denen zufolge die NSA von Deutschland aus gesammelte Daten für Anti-Terror-Einsätze offenbar auch für die Tötung von Verdächtigen verwendet haben soll. Deutschland war zudem die größte NSA-Zweigstelle in Europa. Trotzdem schweigt die deutsche Regierung weiter und sieht sich nicht in der Pflicht, die Öffentlichkeit über die Ereignisse umfassend zu unterrichten.

Wie also können die Geheimdienste künftig demokratisch und rechtsstaatlich kontrolliert werden? Wie steht es um den Whistleblowerschutz? Und wie will die Bundesregierung das Vertrauen der Bürger wiedergewinnen, wenn sie sich nicht bemüht, die Affäre aufzuklären?

Gesprächspartner:

Jesselyn Radack ist eine US-amerikanische Anwältin und Whistleblowerin. Als Juristin im US-Justizministerium gab sie 2002 internes Wissen über Unregelmäßigkeiten bei den Verhören des amerikanischen Talibankämpfers John Walker Lindh an die Presse und wurde dadurch selbst ein Opfer der Überwachung. Heute vertritt sie als Anwältin die Whistleblower Edward Snowden und Thomas Drake.

Thomas Drake war ein hochrangiger Offizier des US-Geheimdienstes NSA. Er deckte bereits vor den Enthüllungen von Edward Snowden die Massenüberwachung der USA auf. Da ihm das Justizministerium keinen illegalen Geheimnisverrat nachweisen konnte, wurde er lediglich zu einem Jahr Haft auf Bewährung wegen "Missbrauchs eines Computersystems" verurteilt.

Moderation: Patrick Beuth beschäftigt sich als Redakteur von Zeit Online intensiv mit den Themen NSA-Skandal und Überwachung.

Das Gespräch findet auf Englisch statt und endet spätestens um 20.30 Uhr. Anschließend stehen die Gesprächspartner noch für Interviews zur Verfügung. Der Eintritt ist frei.

Wegen Platzgründen bitte unbedingt hier registrieren.

 


 

3. Juni 2014

Lötworkshop mit Mitch Altman in Berlin

Mitch Altman von Noisebridge hält am 3. Juni 2014 von 17:00 bis 20:00 Uhr in der ThoughtWorks Werkstatt Berlin, Mülhauserstr. 6. Hofgebäude 1. OG, 10405 Berlin einen Lötworkshop ab, der sich speziell an Kinder richtet. Die Teilnahme ist kostenlos; die Kosten der Bausätze für Kinder, Jugendliche und Bedürftige übernimmt die Wau Holland Stiftung.

 


 

23.Mai 2014

Die Wau Holland Stiftung und die Rosa Luxemburg Stiftung laden ein:

HACKER UND GEHEIMDIENSTE - DIE HELLE UND DIE DUNKLE SEITE DER MACHT?

(Filmausschnitte und Podiumsdiskussion)

im Salon der Rosa Luxemburg Stiftung, Franz-Mehring-Platz 1 (1. Etage), 10243 Berlin am Freitag, 23. Mai 2014, 19:00 Uhr (Einlass: ab 18:30, Eintritt frei).

Aus dem Hackerarchiv:

Am 23. Mai jährt sich zum 25.ten Mal der Todestag von Karl Koch alias "Hagbard Celine", einem der Hacker aus dem Umfeld des Chaos Computer Clubs, der Mitte der 80'er Jahre in den sogenannten "KGB-Hack" involviert war. Dabei haben jugendliche Hacker Computersysteme nach Informationen durchforstet, um sie an den KGB in Ost-Berlin gegen Geld weiterzugeben.

Wir möchten in einer Podiumsdiskussion mit Zeitzeugen die damaligen Vorgänge aus heutiger Sicht neu bewerten und auch Parallelen zur Jetzt-Zeit herstellen, in der einige "Hacker" noch immer gegen die Hackerethik handeln und für Geheimdienste arbeiten. Nur wenige gehorchem ihrem Gewissen und finden den Mut wie Edward Snowden, wieder auf die helle Seite der Macht zu wechseln.

Zur Einführung in die Diskussion werden Ausschnitte aus dem Spielfilm 23 - Nichts ist so wie es scheint gezeigt.

Auf dem Podium diskutieren:

  • Thomas Ammann (Journalist)
  • Steffen Wernery (damals CCC-Vorstand)
  • Andy Müller-Maguhn (damals CCC-Mitglied, später Vorstand und Sprecher des CCC)
  • Susanne Lang (Autorin / Die LINKE)

Die Diskussion wird moderiert von Bernd Fix, Wau Holland Stiftung

Videos

( webm  |  mp4)

 


 

15.Mai 2014

NSA-Überwachung deutscher Telekommunikation

Podiumsdiskussion mit dem NSA-Whistleblower William Binney und dem früheren HVA-Offizier Klaus Eichner

am Donnerstag, 15. Mai 2014 um 19.30 Uhr in den Räumen der Bundeszentrale für politische Bildung, Friedrichstra├če 50 (4. Stock , Veranstaltungssaal 4.24), 10117 Berlin

Seit fast einem Jahr erhält die Weltöffentlichkeit dank der Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden immer tiefere Einblicke in die Aktivitäten des US-Geheimdienstes National Security Agency (NSA). Mit ihrer flächendeckenden Überwachung forschen die NSA und ihre Partner die elektronische Kommunikation von Millionenen unbescholtener Bürger in aller Welt aus.

Die Überwachung deutscher Telekommunikation durch US-Nachrichtendienste - teils mit der deutschen Regierung, teils gegen sie - stellt auch die Grundpfeiler journalistischer Arbeit wie die Vertraulichkeit von Recherchen und den Informantenschutz in Frage. Aber wie und mit welchen Strukturen überwacht die NSA im Einzelnen die elektronische Kommunikation von Journalisten und einfachen Bürgern in Deutschland? Und welche Auswirkungen hat das auf Leben und Arbeiten hierzulande für Menschen, die auf die Vertraulichkeit des gesprochenen und geschriebenen Worts angewiesen sind?

Die Wau Holland Stiftung und Reporter ohne Grenzen laden zu einem Diskussionsabend über diese Fragen mit diesen ausgewiesenen Experten für das Innenleben der NSA:

William Binney hat 32 Jahre lang für die NSA gearbeitet, unter anderem als technischer Direktor. Er steht im Ruf, einer der besten Codebrecher der Welt zu sein. Ende 2001 kündigte er aus Protest dagegen, dass die NSA seine zur automatisierten Analyse internationaler Kommunikationsströme konzipierten Programme gegen die eigenen Bürger einzusetzen begann. Binney wirft dem Dienst vor, damit bewusst die US-Verfassung verletzt zu haben.

Klaus Eichner war von 1957 bis 1990 Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR. Zunächst arbeitete er in der Spionageabwehr, ab 1974 in der Aufklärung (Hauptverwaltung A). Als leitender Analytiker war er auf US-Geheimdienste spezialisiert und schrieb nach der Auflösung der Hauptverwaltung zusammen mit Andreas Dobbert das Buch "Headquarters Germany" über die US-Nachrichtendienste in Deutschland. Sein neues Buch "Imperium ohne Rätsel" über die NSA erscheint im Juni dieses Jahres.

Holger Stark ist Spiegel-Redakteur und berichtet seit mehr als zehn Jahren über Themen aus der Welt der Sicherheitspolitik und der Geheimdienste. Er ist maßgeblich an der journalistischen Aufarbeitung der NSA-Enthüllungen Edward Snowdens beteiligt und hat darüber zusammen mit seinem Kollegen Marcel Rosenbach das Buch "Der NSA-Komplex" geschrieben.

John Goetz ist NDR-Fernsehjournalist im ARD-Hauptstadtstudio und freier Mitarbeiter der Süddeutschen Zeitung. Im Rahmen des Rechercheprojekts "Geheimer Krieg" hat er umfangreiche Informationen darüber zusammengetragen, wie US-Militär und UN-Geheimdienste Deutschland logistisch und operativ zu einem integralen Bestandteil ihres "Kriegs gegen den Terror" gemacht haben.

Moderation: Andy Müller-Maguhn, Datenjournalist und Betreiber von buggedplanet.info sowie Vorstandsmitglied der Wau Holland Sitftung.

Das Gespräch findet auf Deutsch und Englisch statt.

Videos

( webm  |  mp4)

 


 

8.Februar 2014

The Surveillance Teach-In Part 2: Berlin

Ein Abend mit dem NSA-Whistleblower William Binney, Jacob Appelbaum und Laura Poitras, moderiert von Andy Müller-Maguhn.

William Binney war 30 Jahre lang für die NSA zuletzt als technischer Direktor tätig. 2001 quittierte er seinen Dienst und verklagte die NSA sowie die politisch Verantwortlichen wg. massiven Verstössen gegen die amerikanische Verfassung.

Binney kennt sowohl die Architektur der technischen Systeme, als auch die weltweiten Installationen und nachrichtendienstlichen Kooperationen. Angesichts der nun durch Edward Snowden zugänglichen Materialien möchten wir zusammen mit den Journalisten Jacob Appelbaum und Laura Poitras zu versuchen, ein realistisches Gesamtbild der weltweiten Überwachung erstellen und diskutieren, welche politischen und technischen Widerstandsmöglichkeiten Sinn machen.

Moderiert von Andy Müller-Maguhn, Betreiber der Informationsplattform buggedplanet.info und Vorstandsmitglied der Wau Holland Stfitung.

Der erste "Surveillance Teach-In" Teil fand am 20. April 2012 im Whitney Museum in New York statt, rund ein Jahr vor den Enthüllungen von Edward Snowden. Das Überwachungs Teach-In ist ein experimentelles Format, um das Überleben im Überwachungs-Panoptikum anzugehen.

Die Veranstaltung findet in englisch statt.


Grüner Salon, Rosa-Luxemburg-Platz 2, Berlin
Sonntag 09. Februar 2014, 18:00 -20:30 Uhr.
Einlass 17:30
Limitierte Kapazität bis 80 Personen
Kein Ticket Vorverkauf, 5€ Eintritt

Videos

( webm  |  mp4)

 


 

23.Dezember 2013

#youbroketheinternet auf dem 30C3

Auf dem 30. Chaos-Communication-Congress 30C3 trifft sich zwischen Weihnachten und Neujahr eine internationale Gruppe von Hackern und Kryptografieexperten, um darüber nachzudenken, wie Internetsoftware beschaffen sein muss, so dass das Abhören der Kommunikation jenseits gesetzlicher Ge- und Verbote technisch gar nicht mehr möglich ist.

Edward Snowden hat klar gemacht, dass die Totalüberwachung des Internet kein Hirngespinst einiger Verschwörungstheoretiker, sondern Realität ist. Nicht nur, dass sich die Menschen zu Recht in ihrer Intimsphäre verletzt fühlen, es entsteht auf diese Weise durch Industriespionage auch ein wirtschaftlicher Schaden, der in die Milliarden geht. "Ein Mensch unter Beobachtung ist niemals frei; und eine Gesellschaft unter ständiger Beobachtung ist keine Demokratie mehr." stellen dazu Schriftsteller in ihrem Manifest "Die Demokratie im digitalen Zeitalter" klar.

Wenn wir unsere Demokratie und unser freies Wirtschaftssystem in der Substanz erhalten wollen, müssen wir etwas tun. Deshalb trifft sich zwischen Weihnachten und Neujahr eine internationale Gruppe von Hackern und Cryptografieexperten auf dem 30. Chaos-Communication-Congress 30C3 in Hamburg. Im Projekt #youbroketheinternet soll darüber nachgedacht werden, wie Internetsoftware beschaffen sein muss, so dass nicht mehr abgehört werden KANN. Ideen dazu sind in den letzten Jahren bereits entwickelt und in etlichen Nischenprojekten auch bereits ausprobiert worden. Ziel von #youbroketheinternet ist es zunächst, die Entwickler solcher Projekte miteinander ins Gespräch zu bringen, die einzelnen Initiativen zu koordinieren und im Konsens die Architektur einer sicheren Kommunikationssoftware festzulegen.

Mit zeitgemäßer Verschlüsselungstechnologie und einer Verschleierung der Nachrichtenwege werden Vorratsdatenspeicherung und Internetüberwachung ins Leere laufen. Durch einen direkten, dezentralen und gleichwohl effizienten Verteilungsmechanismus von Nachrichten an Freundeskreise von hunderten Millionen von Teilnehmern werden die Faceboogle-Datenkraken ausgehungert und die kommerzielle Verwertung persönlicher Daten beendet. Unkorrumpierbare dezentrale Mechanismen für die Authentifizierung von Rechner- und Benutzernamen sowie der zugehörigen öffentlichen Schlüssel wird den Zwang zum Vertrauen in Zertifikatsautoritäten ablösen. Vorangetrieben werden sollen auch Betriebssysteme und Hardware ohne Hintertür sowie Nachbarschaftsnetzwerke auf der Basis von WLAN, die nicht von den Telekommunikationsanbietern abhängig sind. Und es ist klar, dass es eine weite Verbreitung der neuen Software nur geben wird, wenn sie einfach bedienbar ist.

Eines jedoch ist bereits jetzt klar: Das Vertrauen der Bevölkerung in die Integrität der Softwareindustrie ist gestört. Eine vertrauenswürdige neue Software wird deshalb nur freie und offene Software sein können. Deren Entwicklung in weltweit verteilten Gruppen ist eine Herausforderung an das Projektmanagement. Als freie und offene Software ohne kommerzielle Verwertung wird die Finanzierung von Entwicklung, und späterer Wartung wie in der Linux-Welt primär auf Spenden angewiesen sein. Derzeit werden die vorbereitenden Aktivitäten von der Wau-Holland-Stiftung gefördert.

Zum Veranstaltungsfahrplan von #youbroketheinternet auf dem 30C3...

WHS

 

Über uns

Wir sind eine Stiftung im Umfeld des Chaos Computer Clubs, die vom Vater und engen Freunden des verstorbenen Datenphilosophen Wau Holland gegründet wurde. Unser Wunsch ist es, die freidenkerischen Ansätze Wau Hollands zu bewahren und weiterzuführen.

 

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